Ehrenhof, Sammlungen der Artillerie

photo des canons présentés dans la cour d'honneur de l'hotel national des Invalides


Der Ehrenhof ist der zentrale Bereich der Anlage des Hôtel national des Invalides, in dem nicht nur zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, sondern sich auch ein Großteil der Sammlungen der Artillerie befindet. Als Erbe des Artilleriemuseums (dessen Sammlungen während der Revolution zusammengeführt und im Jahr 1871 ins Hôtel national des Invalides überführt wurden), verfügt das Armeemuseum über eine der großartigsten Sammlungen an Artilleriegeschützen.

Der Ehrenhof des Hôtel national des Invalides birgt eine außergewöhnliche Batterie von 60 klassischen französischen Bronzekanonen, den Prunkstücken der Artilleriesammlungen des Armeemuseums, sowie zehn Haubitzen und Mörser.

Diese Geschütze dokumentieren 200 Jahre Geschichte der französischen Feldartillerie und können auf mehreren Rundgängen bewundert werden, die die Besucher über die Herstellung, die Materialien und die Rolle der Geschütze sowie über die Epoche der großen französischen Artilleristen informieren.

Die klassische französische Kanone.

photo d'un canon français de l'époque de Louis XIV

Dieser Rundgang beginnt mit den ersten im Jahr 1666 von den Gebrüdern Keller entwickelten Geschützmodellen. Es handelt sich um großkalibrige Kanonen, die an den Festungsbelagerungen während der Kriege Ludwigs XIV. teilnahmen und die den Erfolg Vaubans begründeten. Die klassische französische Kanone hatte einen großen Erfolg und wurde mehrmals weiterentwickelt.

Im Anschluss können insgesamt 30 Kanonen des Typs "Königliche Verordnung von 1732" besichtigt werden. Diese prächtigen Geschütze tragen alle nach einer strengen Regel ausgeführte heraldische und mythologische Verzierungen.

Die Typen Gribeauval und Valée.

Photo d'un canon du système Gribeauval exposé dans la cour d'honneur de l'hotel national des Invalides

Ab dem Jahr 1764 lösen die Kanonen vom Typ Gribeauval - benannt nach ihrem Erfinder - die klassischen französischen Kanonen ab. Diese neuartige Artillerie, leichter zu handhaben und besser organisiert, brilliert in den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen. Napoleon Bonaparte, seiner militärischen Ausbildung nach Artillerist, bedient sich ihrer auf virtuose Weise, besonders während der beiden Italienfeldzügen und der Schlachten bei Friedland und bei Wagram.

Von 1825 an wird der Typ Gribeauval vom Typ Valée abgelöst. Die Kanonen beider Typen sind funktionaler und weniger verziert als die klassischen französischen Kanonen.

Mörser und Haubitzen

Photo d'un mortier exposé dans la cour d'honneur de l'hotel national des Invalides

Die acht ausgestellten Mörser wurden für die Belagerungen während der Revolutions- und der Napoleonischen Kriege angefertigt. In den Ecken des Hofs sind zwei große Haubitzen ausgestellt, die für die Bombardierung der Stadt Cadix während deren Belagerung durch die französische Armee im Jahr 1810 entwickelt wurden. Sie konnten Kugeln fast 6 Kilometer weit feuern - eine bis dato unerreichte Feuerkraft.